Fragen und Antworten

Allgemeine Informationen zum Projekt

  • Das Baltic Pipe Projekt ist ein strategisches Infrastrukturprojekt, mit dem Ziel im europäischen Markt einen neuen Gasversorgungskorridor zu schaffen. Das Baltic Pipe Projekt wird den Transport von Gas aus Norwegen zu den Märkten in Dänemark und Polen sowie zu den Kunden in benachbarten Ländern ermöglichen. Gleichzeitig ermöglicht das Baltic Pipe Projekt die Lieferung von Gas aus Polen zu den Märkten in Dänemark und Schweden. Das Baltic Pipe Projekt steht auf der Liste der Projekte von besonderem europäischem Interesse (sogenannte PCI) der Europäischen Kommission.

  • Eine Machbarkeitsstudie hat gezeigt, dass das Baltic Pipe Projekt für Polen, Dänemark und andere Länder der Region erhebliche sozioökonomische Vorteile bringen kann. Das Projekt steht völlig im Einklang mit der EU-Energiepolitik, die eine sichere, erschwingliche und nachhaltige Energieversorgung in Europa durch verstärkte Marktintegration, Diversifikation der Bezugsquellen und verschärften Wettbewerb anstrebt.

  • Das Projekt wird in Zusammenarbeit zwischen dem dänischen Gas- und Strom-Übertragungsnetzbetreiber Energinet und dem polnischen Gas-Übertragungsnetzbetreiber GAZ-SYSTEM S.A. entwickelt. 2017 haben die Ministerpräsidenten von Polen und Dänemark eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit im Baltic Pipe Projekt unterzeichnet.

  • 2018 treffen GAZ-SYSTEM und Energinet die endgültige Investitionsentscheidung. Wenn die gemeinsame Entscheidung positiv ausfällt und die Umwelt- und Baugenehmigungen erteilt werden, kann die Pipeline voraussichtlich im Oktober 2022 in Betrieb genommen werden.

  • Erdgas zählt zu den effizientesten Energiequellen und gilt als sauberste konventionelle Wärmeenergiequelle. Im Vergleich zu schwereren Kohlenwasserstoff-Brennstoffen wie Kohle oder Erdöl ist die Kohlendioxidfreisetzung bei der Verbrennung von Erdgas geringer. Untersuchungen zeigen, dass die Nachfrage nach Erdgas in Mittel- und Osteuropa in den kommenden Jahren steigen wird. Die Investition in das Baltic Pipe Projekt wird zu einem stärkeren Gaspreiswettbewerb im europäischen Markt führen und die Kosten der Dekarbonisierung senken. Deshalb gilt Erdgas als umweltfreundliche, konventionelle Energiequelle, die die Energie- und Klimaziele der EU unterstützt.

    Die Erdgasinfrastruktur hat auch das Potenzial, in Zukunft Biogas zu transportieren.

  • Die Baltic Pipe wird pro Jahr den Transport von zehn Milliarden Kubikmetern Gas von Norwegen nach Dänemark und Polen sowie von drei Milliarden Kubikmetern Gas von Polen nach Dänemark ermöglichen. Im Vergleich dazu betrug der Gasverbrauch 2016 in Dänemark 2,5 Milliarden Kubikmeter und in Polen 16 Milliarden Kubikmeter.

  • Während des 2017 durchgeführten Open-Season-Verfahrens wurden alle Marktakteure aufgefordert, Kapazitäten der potenziellen neuen Gaspipeline von Norwegen nach Polen und Dänemark zu reservieren. Im Rahmen dieses Verfahrens haben die Marktakteure ihr Interesse durch Abgabe verbindlicher Angebote für die Nutzung der Kapazität der Gaspipeline während eines Zeitraums von 15 Jahren bekundet. Das Open-Season-Verfahren fand in transparenter und fairer Weise nach geltendem EU-Recht statt.

Group of people looking at a map

Bauphase

  • Die Pipeline wird eingegraben (ca. 1,2 m tief) und für den Bau in Anspruch genommene Flächen werden anschließend wiederhergestellt. Beiden Projektträgern ist die Wiederherstellung des Umweltzustandes vor dem Bau ein besonders wichtiges Anliegen. Die Kompressorstationen sind die wesentlichen Installationen an Land. Im Rahmen des Baltic Pipe Projekts sind vier solche Stationen geplant: eine in Dänemark und drei in Polen. Die Bevölkerung vor Ort wird in jedem Fall vor der Bauphase angehört. Es werden geeignete Maßnahmen zur Vermeidung und Minderung möglicher negativer Auswirkungen für die Gemeinden vor Ort ergriffen.

  • Die Offshore-Pipelines werden in Abhängigkeit von den örtlichen Bedingungen entweder auf oder unter der Meeresbodenoberfläche verlegt. Eine Standard-Sicherheitszone von 200 Metern rund um die Infrastruktur gewährleistet die Sicherheit anderer Meeresnutzer und verhindert Beschädigungen der Pipeline durch Anker und Fischereigerät. Es werden Maßnahmen zur Eindämmung möglicher negativer Auswirkungen für die Gemeinden vor Ort ergriffen.

  • Die Projektparteien werden ihr Möglichstes tun, um während der Bauphase Unannehmlichkeiten für die Gemeinden vor Ort  zu vermeiden. In dieser Phase ist jedoch in gewissem Umfang mit Lärm, Staub, Verkehrsumleitungen usw. zu rechnen. Außerdem kann in diesem Zeitraum der Zugang zu den Bereichen, in denen die Pipeline und die lokale Infrastruktur (z. B. landseitige Absperrstationen, Empfangsstationen) gebaut werden, eingeschränkt sein.

  • Die möglichen Auswirkungen auf die Umwelt werden in einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) untersucht. Im Rahmen der UVP wird der gegenwärtig vorherrschende Umweltzustand ermittelt und beschrieben und die voraussichtlichen Auswirkungen auf physikalisch-chemische, biologische und sozioökonomische Rezeptoren im Projektgebiet bewertet. Die Öffentlichkeit wird im Rahmen des sog. Scopings an den Diskussionen zur Festlegung des Untersuchungsrahmens für die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) beteiligt. An Land und auf See werden Umweltuntersuchungen durchgeführt und in den betroffenen Ländern finden öffentliche Anhörungen statt.

  • Transparenz und öffentliche Beteiligung sind bei der Gestaltung des bestmöglichen Projektszenarios sowohl unter ökologischen als auch sozialen Aspekten unerlässlich. Als Teil der Umweltverträglichkeitsprüfung werden in den betroffenen Ländern öffentliche Anhörungen stattfinden.

  • Der Arbeitsdruck von Offshore-Pipelines wird derzeit auf 6,7-12 MPa geschätzt.

    Der Betriebsdruck der Onshore-Pipelines wird auf 5 bis 15 MPa geschätzt.

  • Derzeit werden vier Methoden zur Ausführung des Anlandepunkts geprüft: offener Aushub, Horizontalbohrungen (HDD), Microtunneling und Direct Pipe. Auf der Grundlage von Umwelt- und Technikanalysen wird die optimale Methode für die Ausführung des Anlandepunkts ausgewählt.

    Die Anlandungsbereiche der Offshore-Gaspipeline werden unsichtbar sein und der Strand und die Dünenlandschaft werden nach Abschluss der Bauarbeiten wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt.

  • Ja. Alle Hindernisse, die die Verlegung der Gasleitung in einem Graben verhindern (z.B. Flüsse, Straßen, Eisenbahnlinien, etc.), werden mit aushubfreien Verfahren (z.B. Rohvortrieb, Horizontalbohrungen) realisiert.

Entschädigungen

  • Die Gesetzgebung in Polen und Dänemark unterscheidet sich und darum werden Entschädigungen an Grundeigentümer, die Land für das Projekt zur Verfügung stellen, nach unterschiedlichen Mechanismen gewährt. Informationen zur nationalen Gesetzgebung und den Entschädigungsmechanismen finden Sie auf den Webseiten von Energinet und GAZ-SYSTEM.

Sicherheit

  • Wie jede Energiequelle muss auch Erdgas sorgfältig gehandhabt werden. In Bezug auf technische Innovationen und Sicherheitsverfahren bleiben beide Projektpartner, GAZ-SYSTEM und Energinet, immer auf dem neusten Stand, um höchste Qualitäts- und Sicherheitsstandards für die Verbraucher und die Umwelt zu gewährleisten. Darüber hinaus richten sie ihren Fokus auf folgende Aspekte: Verringerung der Abfallmengen, Überwachung der Verschmutzung von Luft, Wasser und Boden, Erfüllung der geltenden Gesetzesvorschriften und Umweltstandards, Umgang mit Schallbelastungen sowie Stärkung des Umweltbewusstseins unter den Mitarbeitern durch Information, Schulungsangebote usw. Darüber hinaus wird die Gasinfrastruktur laufend gewartet und fernüberwacht, um Störfälle zu vermeiden.

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